Besuch im Périgord

Farben bündeln die zahlreichen Facetten des Departements Dordogne: Ihr Gästeführer erklärt Ihnen gern, warum es ein grünes Perigord (Périgord Vert), ein schwarzes (Périgord Noir), aber auch ein weißes (Périgord Blanc) und ein purpurnes Perigord (Périgord Pourpre) gibt.

Im Norden des Departements liegt das alte Périgord Vert

Der Begriff erschien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgrund der hier dichten grünen Pflanzendecke. Als Heimstatt für den regionalen Naturpark Périgord-Limousin und von zahlreichen Wasserläufen durchzogen, ist es ein Gebiet mit unzähligen Facetten, in dem besonders die Vielfalt der Flora und Fauna bedeutend ist. Aber wie überall in der Dordogne ist auch hier das architektonische Kulturerbe präsent. Allem voran die Schlösser. Denn, vergessen Sie nicht, von denen gibt es hier 1001! Von Bourdeilles und seiner außergewöhnlichen Aussicht hoch oben von der Spitze seines mittelalterlichen Burgturms bis Puyguilhem, wahrem Kleinod aus der Renaissance. Hier tauchen sie ein in die Zeit der Troubadoure Arnaud Daniel, Bertrand de Born und Guiraud de Bornelh!

Sie werden verzaubert durch die Ruhe und Schönheit in Brantôme, dem «Venedig des Périgord», wo der berühmte Autor des Buches «Das Leben der galanten Damen» als Abt tätig war, aber auch in Saint-Jean-de-Côle, das zu einem der «schönsten Dörfer Frankreichs» gekürt wurde. Und was gibt es nicht alles zu den berühmten romanischen Kuppelkirchen rund um Ribérac zu sagen, den romantischen Ruinen der Abtei Boschaud, den Mühlen… Fügt man die Grotte de Villars und die zahlreichen Themenwanderwege hinzu, die Bootsfahrten, auch mit Kanu, dann werden Sie verstehen, der Ort ist ideal für… eine Fahrt ins Grüne.

Der Nachbar im Süd-Osten: das Périgord Blanc

Sein Name aus dem 18. Jahrhundert bezeichnet die hier verbreiteten Kreidefelsen. Seine Hauptstadt ist Périgueux, dessen umfangreiche Geschichte am heutigen Standort bis in die römische Zeit zurückgeht. Der Tour de Vésone, die Porte de Mars und das, was vom früheren Amphitheater übrigblieb, ist unbedingt sehenswert zusammen mit dem gallo-römischen Museum der Villa des Bouquets.

Das Périgord Blanc besitzt zahlreiche Schlösser wie das von Château-l’Evêque, des Bories, von Rastignac, Hautefort und Abteien wie die von Chancelade und Tourtoirac. Es fehlt auch nicht an legendären Persönlichkeiten, angefangen von Saint-Front, der den Drachen der Tour de Vésone niederschlug, bis Jacquou le Croquant, Figur im literarischen Werk von Eugène le Roy, und dann Antoine de Tounnens, einem Abenteurer, der im 19. Jahrhundert zum einzigen König Patagoniens wurde.

Die überall im Périgord gegenwärtige Gastronomie kann sich mit Sorges als Hauptstadt der schwarzen Trüffel rühmen. Hier gibt es auch ein Öko-Museum. Wohingegen sich Vergt mit dem Titel „Hauptstadt der Erdbeere Gariguette“ zufrieden geben muss. Im Westen begrenzen der Wald de la Double und das Landais das Departement Gironde und bieten Wanderfreunden eine geschützte und wildwachsende Natur, ohne dass diese befürchten müssen, auf „schlechte Gesellschaft“ zu stoßen, die hier in früheren Zeiten oft Unterschlupf fand.

Perigueux vue sur les toits

Kommen wir nun zum Wein im Périgord Pourpre

Seinen 13 Herkunftsbezeichnungen (AOC) mit den beiden berühmtesten, dem Monbazillac und dem Pécharmant.

Bergerac, die im Mittelalter geborene geschichts- und kunstträchtige Stadt, war ein wichtiger Hafen der Dordogne, die die Stadt von Ost nach West durchquert. Auch die anderen kleinen Städte entlang der Dordogne hatten mehr oder weniger bedeutende Hafenanlagen, die heute idyllische Aussichtspunkte auf den Fluss bieten. Ideal platziert auf dieser Handelsroute Richtung Bordeaux war Bergerac einst Hochburg des Schiffsbaus, dem sie ein eigenes Museum widmet. Noch heute zeugt die Architektur der Altstadt von diesem Wirtschaftszweig. Doch sei leider daran erinnert, die berühmte lokale Figur Cyrano hat von Bergerac nur den Namen. Dieser Teil des Périgord ist übersät mit Schlössern wie dem von Montaigne (Geburtsort des berühmten Autors der «Essays»), Lanquais, Monbazillac, Montreal, Bannes, etc. aber auch Bastiden mit Eymet und Monpazier als den beiden bekanntesten. Die Abtei von Cadouin, die einst das Leichentuch Christi verwahrte und die Kirche von Saint-Avit Senieur bieten Besuchern Hochburgen des geistigen Lebens, die uns nicht vergessen lassen dürfen, dass dieser Landstrich während der Religionskriege der ideale Zufluchtsort für zahlreiche Calvinisten war. Denn die Region hatte sich, zum großen Ärger des Königs, „der Häresie“ hingegeben.

Bergerac Maisons colombages

Zum krönenden Abschluss das Périgord Noir!

Seine Farbe wird seit dem 18. Jahrhundert erwähnt und geht zurück auf das dunkle Blätterwerk der Steineichen. Sarlat, Heimat von La Boétie, war mit seinen Stadtpalästen aus dem 14. bis 18. Jahrhundert einer bewegten Geschichte ausgesetzt. Als königstreue Stadt an der Grenze zu den Plantagenets (die Herzoge von Aquitanien, aber auch Könige von England waren) war es auch umzingelt von Feudalherren und Burgbesitzern mit wechselnden Interessen, wie den Herren von Beynac, Castelnaud, Fayrac, Commarques, Carlux, Fénelon etc. In der Renaissance gab es jedoch eine erneute Blütezeit, und eine Vielzahl von «Festen Häusern» (das sind Gebäude bzw. Gebäudekomplexe mit einer Befestigungsmauer) und neuen Schlössern bedeckte nun diesen Landstrich. Gebaut wurden sie für und von den jüngeren Zweigen der großen Familien und den zu Reichtum gekommenen Bürgern. Und das vor Beginn der unheilvollen Zeit der Religionskriege.

Aber unser Vorstellungsvermögen und unser Wissen führen wesentlich weiter zurück, nämlich bis in die Zeit der Jäger und Sammler, die die Grotte von Lascaux schmückten, die die Grotten La Madeleine, l’Abri Pataud, Cap Blanc und die Grotte mit den 100 Mammuts gravierten und so die prähistorische Fauna darstellten. Entlang des berühmten Kantons Vallée de l’Homme reihen sich daher bedeutungsvolle Stätten aneinander, an denen der Cro-Magnon Spuren seiner Existenz hinterließ. Übrigens, befindet sich nicht in Eyzies-de-Tayac das Staatliche Museum der Vorgeschichte? Und die Anzugskraft des Périgord Noir zeigt sich auch in einer sehr breiten Palette von Kirchen und Dörfern, deren Charme in diesen kleinen architektonischen Kulturgütern liegt. Fügen wir typische Wochenmärkte hinzu sowie die Schlucht von Proumeyssac, die Gärten von Eyrignac und Marqueyssac, die Bootsfahrten im hier typischen historischen Frachtkahn «gabarre» und im Kanu, dann versteht man immer mehr den internationalen Erfolg dieses Reiseziels.

 

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